Hauptmenü
Presse
Märli ist Seelennahrung
Erholung / Auf dem Märlihof von Paul und Regula Aschwanden begeistern Geschichten nicht nur Kinder - sie helfen auch Erwachsenen sich von der Hektik des Alltags zu erholen.
LAUERZ ! Hoch über dem Lauerzersee, auf 900 m über Meer,liegt der Märlihof von Paul und Regula Aschwanden. Dort halten sie auf ihrem 14-ha-grssen Biobetrieb in der Bergzone 3 nebst Mutterkühen mit ihren Kälbern auch Zwerg- und Mohairziegen, Esel und Katzen. Und, das ist der ganz grosse Stolz der Familie: die 28 Jahre alte Kuh Renate - die vielleicht sogar die älteste Kuh der Welt sein könnte. Wirtschaftslage forderte zum Umdenken. Den Hof haben Aschwandens 1990 von Pauls Grosseltern übernommen. Seit 1993 zählt der Direktverkauf ihres Naturabeef zum Haupteinkommen. Um den Betrieb über Wasser zu halten ist Paul zwei Tage die Woche als
Lastwagenchauffeuer unterwegs. "Die Direktvermarktung läuft gut, aber ist in den letzten Jahren, vor allem seit Beginn der "Grenzöffnung" rückläufig geworden. Wir stellen fest, dass immer mehr Familien kein Fleisch auf Vorrat kaufen, nicht mehr kochen können oder sich öfters mit Fertigprodukten ernähren" äussert sich Regula. Aschwandens beklagen sich nicht, bedauern jedoch, dass viele Frauen auf Grund des Strukturwandels keine Zeit mehr für das Kochen finden. Ort der Ruhe - am Grossberg Aschwandens Kinder sind erwachsen und bereits von zu Hause ausgezogen. So machten sich Paul und Regula, beide 47 Jahre jung, Zukunftsgedanken.
"Wir haben das Glück und sind dafür sehr dankbar, an einem wunderschönen Ort mitten in der Natur mit Sicht auf Lauerzerund Zugersee umrahmt von der Rigi, Rossberg, Wildspitz bis Mythen, zu wohnen. Ein ruhiger Ort, wo man Energie tanken kann und weitab von Hektik und Stress des Alltags ist" strahlen die zwei. Diese Freude teilen sie nun seit Juni letzten Jahres mit ihren Gästen: Sie bieten auf ihrem Hof Märlistunden für Gross und Klein - wenn gewünscht, sogar mit einem Nachtessen im hofeigenen Restaurant. Das Essen bereitet Paul mit dem eigenen Naturabeef und saisonalen Gemüse zu. Den bisherigen Gästen hat es sehr geschmeckt, ist Paul doch gelernter Koch und versteht sein Handwerk bestens. Märchen sind Schlüssel zum Tor. Seit Sommer 2009 erzählt Regula Märchen für Kinder und Erwachsene im Tipizelt vor der Scheune. Während die einen Kinder im Tipi ums Lagerfeuer auf Strohballen sitzend der Märchen erzählenden, verkleideten Regula zuhören, können sich die anderen den Tieren im Streichelzoo widmen oder in den saftigen Wiesen herumtollen. Dieses Jahr lauschten auch viele Erwachsene den Märchen von Grimm oder Andersen und Sagen aus der ganzen Schweiz zu. "Wir dachten, was bei den Kindern funktioniert kann auch für Erwachsene nicht schlecht sein. Durch unsere heutige materiell ausgerichtete Welt verspüren viele Menschen eine tiefe Sehnsucht nach innere Wärme, nach "Seelennahrung". Ich stelle individuell Märchen zusammen, je nachdem, was sich die Gäste wünschen" strahlt Regula. Mitder Märchenwelt ist sie seit der Kindheit stark verbunden und absolvierte in Nürnberg sogar eine offizielle Erzähler-Ausbildung. "Das Echo der Gäste ist gewaltig
und stellt einem so richtig auf. Auch mit Schulen ein Projekt vorgesehen Die Märlistunden im Tipizelt vom Grossberg sind für dieses Jahr vorüber. Nächstes Jahr geht
es wieder los. Vom April bis Oktober möchten Paul und Regula zusätzlich auch Schulklassen auf den Hof holen. "Mit unserem Projekt möchten wir vor allem auch Jugendlichen aufzuzeigen, wie Kostbar die Natur ist und dass wir sorgfälltig mit ihr umgehen sollen" erklärt Paul. Es ist einmalig beim Gespräch herauszuspüren, wie die zwei harmonieren,Ideen verwirklichen und sich gegenseitig unterstützen. Oase für stressbedingte Manager Die Ideen gehen bei Aschwandens nicht aus. Seit dem Auszug ihrer Kinder ist das obere Stockwerk quasi unbewohnt. Regula ist nebst "Märlitante" auch dipl. Psychophysiognomin und Astrologin. Auf nächstes Jahr möchten sie gestressten Personen
die Möglichkeit geben sich bei ihnen eine Auszeit zu nehmen. Beim Ausdrucksmalen mit Beratungsgesprächen möchte Regula zudem Interessierten helfen einen Wiedereinstieg ins Berufsleben oder Neuorientierung zu finden. Woher stammen die lebendig wirkenden Zwerge und Sonnenfiguren in den gemütlich eingerichteten Zimmer? "Das sind alles gefilzte Figuren, die ich in meiner kreativen Stunden zum Leben erwecke. Die Wolle dazu sind von unserer Angora-Mohair- Ziege" so die sichtlich stolze Regula. Einzigartig, welche Kreativität und Energie in Menschen stecken können. Draussen hat der Winter mit seiner weissen Schneepracht alles zugedeckt - die Märliwelt liegt im Winterschlaf. Die Erzählerin ruht sich beim Filzen und Malen aus während in ihren Gedanken Geschichten für Gross und Klein weiterbrüten.
Erika Rebsamen
[www] www.märlihof.ch